Die Grazer Schlossbergbahn bietet mit ihren gläsernen Dächern ausgestatteten Wagen, einen besonderen Fahrspaß und einen wunderschönen Blick auf die Stadt Graz. Sie ist eine Standseilbahn und befördert ihre Fahrgäste seit 1894 in wenigen Minuten zur Bergstation auf dem Grazer Schlossberg. Ausgangspunkt vieler Sightseeing-Touren auf dem Schloßberg wie beispielsweise zum Uhrturm.

Schloßbergbahn LInie
In einer lang geschwungenen S-Kurve verlaufende Trasse, erklimmt die Bahn mit ihren beiden roten Wagen den Schlossberg vom Kaiser-Franz-Josef-Kai an der Westseite. Auf einer Streckenlänge von 212 m, überwindet sie dabei einen Höhenunterschied von 108,95 m bei einer Steigung von 60 Prozent. In der Mitte der Strecke befindet sich eine Ausweiche, an der die zwei Wagen aneinander vorbei fahren können.

Informiere dich hier über aktuelle Öffnungszeiten und Preise und wie alles im 16. Jahrhundert begonnen hat. Schreibe uns deine Erfahrungen mit der Grazer Schlossbergbahn!

Schlossbergbahn Öffnungszeiten

Die Wagen der Schloßbergbahn verkehren regelmäßig alle 15 Minuten (zu jeder vollen Viertelstunde), bei Bedarf auch in kürzeren Abständen:

  • Montag bis Donnerstag: 9 – 24 Uhr
  • Freitag und Samstag: 9 – 02 Uhr
  • Sonntag: 9 – 24 Uhr

Schlossbergbahn Preise

  • Alle Tickets der Graz Linien der Zone 1 gelten auch für die Schlossbergbahn!
  • Im Rahmen der Kampagne „Summer in the City“ gilt an allen Samstagen zwischen 17. Juli und 11. September 2021 kostenlose Fahrt auf den städtischen Öffi-Linien in der Zone 101 inklusive der Schloßbergbahn.
Ticket Stundenkarte 24-Stundenkarte Berg- & Talfahrt ab 17 Uhr Kombikarte Schloßberg*
Erwachsene € 2,50 € 5,50 € 5,00 € 3,70
Kinder (6 bis 14 Jahren) € 1,30 € 2,80 € 2,70 € 2,30
Jugendliche (15 bis 18 Jahren) € 1,60 € 3,40 € 3,10 € 3,70
Eltern & SeniorInnen** € 1,60 € 3,40 € 3,10 € 3,70
Ermäßigt (Menschen mit Behinderung) € 1,30 € 2,80 € 2,70 € 2,30
größere Hunde € 1,30 € 2,80 € 2,70 € 2,30
* 1 Fahrt mit der Schloßbergbahn und 1 Fahrt mit dem Schloßberglift, keine zeitliche Beschränkung
** für Senior:innen ab dem 60. Lebensjahr in Verbindung mit der ÖBB Senior Card. Für Eltern im Rahmen der Familienermäßigung

Anreise zur Schlossbergbahn

Die Talstation der Bahn erreicht man in der Nähe der Altstadt zu Fuß (Kaiser-Franz-Josef-Kai 38, 8010 Graz), mit den Straßenbahnlinien 3 und 5 (Haltestelle Schlossbergbahn) oder mit dem Auto in der Kurzparkzone entlang der Mur (Lendkai, …). Hier gilt die gebührenpflichtige „Blaue Zone“. Parkscheine erhält man an den Parkscheinautomaten.

Die Bergstation befindet sich beim Eingang zu den Kasematten und gleich angrenzend zum Schloßberg Restaurant beziehungsweise gegenüber dem Biergarten. Von hier aus sind es nur wenige Schritte bis zum Liesl Glockenturm.

Geschichte der Schlossbergbahn: Vom „Eselstrieb“ zur Panoramabahn

Laut Aufzeichnungen gab es auf dem Schlossberg schon 1528 eine Bahn, also die älteste Seilbahn Mitteleuropas. Dieser Seilzug hatte Steine und Ziegel für den Festungsbau in kleinen Wagen hinaufbefördert, die mithilfe eines Flaschenzugs hochbewegt wurden. Die bewegende Kraft übte ein Göpel aus, der von Eseln oder Pferden im Kreis bewegt wurde. So entstand der Name ,,Eselstrieb“ im Volk.

Um den Festungsbau zu beschleunigen, wurden 1544 noch zwei weitere Seilbahnen errichtet. Eine direkt neben der ersten, die andere auf der Südseite des Schlossberges. Als die Festung 1595 fertiggestellt war, kam es zur Auflassung der beiden Seilbahnen.

Fast 300 Jahre führte keine Seilbahn auf den Schlossberg

Nach sieben Jahren Planungsphase erhielten am 19. März 1893 den Auftrag zum Bau und Betrieb einer Drahtseilbahn an den Ingenieur Ludwig Schmidt, Carl Fritscher und Georg Ottermann. Ausgangspunkt war das Haus Sackstraße 56. Am 19. Oktober 1893 erfolgte der erste Sprengschuss, Ende August 1894 war der Gleisbau abgeschlossen. Am 25. November ging die Schlossbergbahn bei starkem Schneefall in Betrieb.

Peter Rosegger sagte einmal zutreffend:

Die beiden roten Wagen fahren abwechselnd stückerlweise in den Himmel.

Bis 3. September 1899 wurde die Bahn durch eine feststehende Dampfmaschine angetrieben und am 12. April 1900 erfolgte die Umstellung auf Elektroantrieb. Vom 3. Oktober 1960 bis zum 9. Juni 1961 erfolgte ein Schienenumbau und neue Wagen wurden gekauft.

Ende der 2. Wagengeneration nach 43 Jahren

Wunsch der Grazer Verkehrsbetriebe war die Förderleistung zu erhöhen. Dazu war ein gesamter Umbau der Berg- und Talstation inklusive der beiden neuen Schloßbergbahnwagen nötig und ergab insgesamt eine Investitionssumme von ca. 2,5 Mio. Euro.

Am 29. Februar 2004 war es soweit, die zweite Generation der Schloßbergbahn hatten nach 43 Betriebsjahren ihren letzten Betriebstag und tausende Grazerinnen und Grazer stürmten diese, um noch ein Erinnerungsfoto zu machen. Am 6. März 2004 wurden die beiden alten Schloßbergbahnwagen in einer spektakulären Aktion mit einem Kran über die Häuserfront gehoben und in die Remise Steyrergasse gebracht.

Am 1. August 2004 wurde der Betrieb mit den neuen Panoramawagen im modernen, fahrgastfreundlichen Design wieder aufgenommen. Für die ca. 8.000 Fahrgäste gab es an diesem Tag Freifahrt. Die zwei modernen neuen Wagen können nun je 58 Personen transportieren. Das Design der Wagen wurde von den Grazer Verkehrsbetrieben in Kooperation mit der Fachhochschule für Industrial Design entworfen. Die beiden Wagen haben Glasdächer, welche den Fahrgästen einen wunderbaren Panoramablick über die Dächer von Graz bieten.

2021 – die Schloßbergbahn-Wagen im neuen Design

Schloßbergwagen in weißer Lackierung
Schloßbergwagen in weißer Lackierung. Im Innenraum sind die durchsichtigen Folien mit künstlerischen Aufdrucken zu erkennen.

Die Schloßbergbahn sollte ein Teil des „Kulturjahres 2020“ in Graz sein, doch auf Grund der COVID-19-Pandemie weitgehend ins Jahr 2021 verlegt. Deswegen ist die Schloßbergbahn derzeit nicht im gewohnten roten Design, sondern im künstlerisch gestalteten weiß-schwarzen Design unterwegs.

Im Rahmen der Installation „Space*Object*Inbetween“ verwandelte sich die Schloßbergbahn nämlich unter der Leitung des Grazer Künstlerduos „studio ASYNCHROME“ in eine utopische Zone. Insgesamt ein Jahr dauerten die Vorbereitungen für das Künstlerprojekt. Innerhalb einer Woche wurden mit Hilfe einer technisch innovativen Spezialfolie Zeichnungen des Duos auf die Glasfronten der Seilbahnkabinen affichiert, die Strukturen, Netzwerke und Zusammenhänge sichtbar und erlebbar machen. Der Ausblick auf die Stadt, also das analoge Panorama, wird so von einem digitalen Panoptikum überlagert, das erlaubt, neue Perspektiven und Möglichkeitsräume zu entdecken und selbst Teil der Zeichnungen zu werden.

Mehr zum Thema

Alles rund um den Schloßberg

1 Kommentar

  1. Wir haben am 15.7 die Fahrt mit der Schlossbergbahn genossen. Noch mehr Abfahrt nach einem unvergesslichen Abend bei wunderbarer Livemusik und netten Grazer Tischnachbarn. So Abende sind sooo Kostbar💞
    Interessant wäre, wer die zwei tollen Musiker waren!! Danke und liebe Grüße aus’n Innviertel
    Hedwig

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here