Graz Museum Schlossberg

Graz Museum Schlossberg

Das neue Graz Museum Schlossberg über den Dächern der Stadt ist als ein familienfreundliches, barrierefreies, ökologische und zeitgemäßes Museum konzipiert und wird am 12. und 13. September 2020 eröffnet. Es stößt das Tor zur Geschichte des Schloßberges auf und versteht sich als zeitgenössisches Museum, das seinem Publikum in vier Formaten unterschiedliche Wahrnehmungs-und Raumerfahrungen anbietet:

  1. Wundergarten
  2. Graz-Blick
  3. Schlossberg-Story
  4. Geschichts-Parcours

➡ Mehr zum Thema: Der Grazer Schloßberg

Die von Otto Hochreiter konzipierte und von Martina Zerovnik und Ingrid Holzschuh kuratierte Graz-Museum-Expositur am Schlossberg geht auf die Bedürfnisse eines flanierenden Publikums am Schloßberg ein und bietet Entschleunigung in der gezähmten Natur.

1. Wundergarten

Wundergarten

Der ehemalige Hof der Stall-oder Kanonenbastei wurde zum sogenannten Wundergarten umgestaltet. Er lädt zum Verweilen im Schatten der Bäume ebenso wie zur Erkundung von historischen Legenden rund um die fabelhafte Tierwelt des Schlossberges ein. An fünf Stationen wird hier die Geschichte der Schlossberg-Wesen Teufel, Panther, Löwe, Elefant und Hund auf spielerische Weise erzählt.

Der Teufel erzählt die Sage von der Entstehung des Schlossberges durch einen fallen gelassenen, entzwei gebrochenen Felsbrocken. Im Wundergarten sind beide Felsen –Schlossberg und Kalvarienberg – zu erklimmen. Erklärt wird, aus welchen Tieren das Grazer und steirische Wappentier Panther zusammengesetzt ist, das auf dem Schlossberg zum Beispiel am Uhrturm zu finden ist.

Die rätselhafte Herkunft des Schlossberg-Elefanten kann in umgekehrten, nach unten reichenden Periskopen erforscht werden. Ein ganz spezieller Wachhund kann zum Bellen gebracht werden, wie der Vorfahre des „Steinernen Hundes“, der laut einer Legende Kunigunde, die Tochter Kaiser Friedrich III., vor der Entführung rettete. Das Schlüsselereignis des Schlossberges–die Schleifung der Festung im Jahr 1809 – hat durch den Hackher-Löwen Spuren hinterlassen, die wieder freizulegen sind.

2. Graz-Blick

Graz-Blick Schloßbergmuseum

Im Zentrum des zweiten Ausstellungsformats im Schloßbergmuseum steht der „Graz-Blick“ auf die Stadt. Die ehemalige Kanonenhalle ist eine halboffene Terrasse, von der aus in den Jahrhunderten zuvor über die Stadt gewacht wurde. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts waren hier in der sogenannten Kanonenhütte die „Vier Evangelisten“ stationiert. Vier Kanonen zur Warnung der Bevölkerung, insbesondere bei Bränden. Die historischen Kanonen sind aber leider nicht mehr erhalten. Bei der Einrichtung des Garnisonsmuseums wurden dort in Erinnerung daran vier andere Kanonen aufgestellt, die auch im neuen Graz Museum Schlossberg zu sehen sind.

Das zentrale Objekt der Kanonenhalle bildet ein interaktiver Bildschirm, mit dem topografisch und historisch vertiefte Blicke auf die Stadt geworfen werden können. Das aktuelle Graz Panorama erhält in Form von Augmented Reality Erklärungen. Für einzelne Gebäude besteht die Möglichkeit, die Geschichte zurückzudrehen und historische Ansichten zu betrachten. Man kann mittels der Vorrichtung neben dem Blick auf die Stadt auch in die Vergangenheit werfen.

Wie alle Museumsbereiche ist auch die Kanonenhalle für Menschen mit Behinderung barrierefrei erschlossen. Für blinde Menschen und Menschen mit Sehbeeinträchtigung gibt es hier auch ein taktiles Panorama des Graz-Blicks in tastbarer Reliefform.

3. Schlossberg-Story

Kasematte Schlossbergmodell
Multimediales Schlossbergmodell in der Kasematte © Graz Museum, Franziska Schurig

In der Kasematte steht als Höhepunkt des Ausstellungsrundgangs im Schloßbergmuseum ein neues großes, moderner Schlossbergmodell, das im Mittelpunkt einer multimedialen Präsentation in Form von Text, Licht und Sprache steht. Dabei werden die Lage und Geschichte der Gebäude am Berg verortet, indem der Wandel vom kahlen Festungsberg zur Grünanlage verdeutlicht wird. Auch Einblick in das Innere des Schlossberges mit dem verzweigtein Stollensystem werden heraus gearbeitet gewährt.

4. Geschichts-Parcours

Geschichts-Parcours

Im Innenraum des Kanonierhaus bietet ein Geschichts-Parcours eine museale Präsentation mit naturkundlichen und historischen Exponaten: Geologie und Mineralogie, Flora und Fauna, repräsentative und Alltagsgegenstände, Modelle, Gemälde, Grafiken und Graz Fotografien vom 16. bis in das 21. Jahrhundert. Anhand von archäologischen Funden werden die Besiedlung und Nutzung des Schlossberges in der Ur-und Frühgeschichte über die Antike bis ins Mittelalter rekonstruiert.

Stiche aus dem 16. Jahrhundert geben detaillierte Darstellungen von der neuzeitlichen Festung. Ein Film über die „Liesl“ führt vor, was wir sonst nie aus dieser Nähe sehen und hören. Auch das kleine Schlossbergmodell von Anton Sigl, das den Übergang vom kahlen zum grünen Berg zeigt, wird im Schloßbergmuseum gezeigt. Altaraufsätze aus der Thomaskapelle sind ebenso zusehen wie der Modellentwurf von Otto Jarl für den Hackher-Löwen, die Satyr-Baluster von Bonaventura Hödl, das Schlossberg-Panorama von Conrad Kreuzer.

Schloßbergmuseum Eintrittspreise & Öffnungszeiten

  • 2 Euro für Erwachsene und Kinder ab 7 Jahre
  • Granzjährig täglich von 10–18 Uhr geöffnet
  • Außerhalb der Öffnungszeiten kann der Wundergarten kostenlos betreten werden.

Titelbild: (c) Foto Fischer

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