Universalmuseum Joanneum: Das erste Museum Österreichs

Universalmuseum Joanneum Graz

Das Joanneum wurde 1811 von Erzherzog Johann im Geiste der Aufklärung als erstes öffentliches Museum Österreichs gegründet, um „die Geistesbildung zu verbreiten“, „die Wissbegierde zu reizen“ und „das Lernen zu erleichtern“. Auch 200 Jahre später ist dieser Auftrag immer noch gültig, wenngleich die Welt und auch das Joanneum sich seit 1811 grundlegend verändert haben.

Aktuelles: Das Universalmuseum Joanneum mit dem Kunsthaus, dem Museum der Geschichte, dem Landeszeughaus und vielen anderen Standorten ist laut Angaben der Behörden wegen Ausbreitung vom Coronavirus bis auf weiteres gesperrt.

Heute zählt das Joanneum zu den größten Universalmuseen in Europa und verfügt über 22 Sammlungen, die in 10 Museumsabteilungen organisiert sind. Vier weitere Abteilungen übernehmen zentrale „Servicefunktionen“ für den Museumsbetrieb sowie für die Besucher/innen des Universalmuseums Joanneum.

Mehr als 4,9 Millionen Sammlungsobjekte sind die Grundlage für ein inhaltlich breit gefächertes Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm, das in 13 Museumsstandorten in Graz sowie in Trautenfels, Stainz, Premstätten, Alpl, Krieglach, Stübing und Wagna präsentiert wird.

In Graz:

 

In der Steiermark: 

Joanneums-24h und 48h-Ticket

Tipp: Für Kunst & Kulturliebhaber bietet das Joanneum eine Jahreskarte. Die Joanneumskarte für 38€ beinhaltet freien Eintritt in alle Standorte für 12 Monate!

Das Joanneums 24h | 48h Ticket berechtigt innerhalb einem bzw. zwei Kalendertage ab Zeitpunkt des Kaufes zum einmaligen Eintritt in alle Ausstellungen des Universalmuseum Joanneum. Inklusive der Prunkräume im Schloss Eggenberg, die sonst nur im Rahmen einer Führung zugänglich sind.

Führungen sind nicht im Kartenpreis inkludiert und können vor Teilnahme an einer Führung an der jeweiligen Kassa bezahlt werden.

Der erste angegebene Preis gilt für das 24h Ticket, der zweite für das 48h Ticket:

  • Erwachsene 15 € | 21 €
  • Gruppen ab 12 Personen (pro Person), Seniorinnen/Senioren, Menschen mit Behinderung(en) 13 € | 18 €
  • Schüler, Lehrlinge, Studierende unter 26 Jahren, Präsenz- & Zivildiener 6 € | 9 €
  • Familien (2 Erwachsene und Kinder unter 14 Jahren) 30 € | 42 €
  • Kinder unter 6 Jahren frei

Universalmuseum Joanneum Geschichte

In seinen ersten Jahrzehnten war das Joanneum eine Lehr- und Forschungsanstalt mit naturwissenschaftlich-technischem Schwerpunkt, die dazugehörigen Sammlungen dienten sowohl dem Studium als auch der musealen Präsentation. Die Adresse des Joanneums war der „Lesliehof“ in der Grazer Raubergasse, an den bis in die 1880er-Jahre auch ein großer Botanischer Garten, der „Joanneum-Garten“ angeschlossen war.

Erzherzog Johann gelang es, bedeutende Wissenschafter für das Joanneum zu gewinnen: Der Mineraloge Friedrich Mohs entwickelte die nach ihm benannte Härteskala für Mineralien am Joanneum, und auch Franz Xaver Unger, der „Vater der Paläobotanik“, sowie Nikola Tesla – der Erfinder des Wechselstroms – forschten und lehrten in Graz. 1864 erlangte das Joanneum den Rang einer „k.k. Technischen Hochschule“.

In den Jahren 1878–1887 erfolgte die Ausgliederung der Hochschule (ab 1975: Technische Universität Graz) und die Umformung der Sammlungen in das Landesmuseum Joanneum. Im Laufe des 19. Jahrhunderts sind aus dem Joanneum weitere bedeutende wissenschaftlich-kulturelle Einrichtungen hervorgegangen, wie die Montanuniversität Leoben, das Steiermärkische Landesarchiv und die Steiermärkische Landesbibliothek.

Naturwissenschaft und Geschichte sowie Kunst und Kultur der Steiermark waren um 1900 die inhaltlichen Schwerpunkte der Sammlungen am Joanneum. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde dieses Profil weiter ausgebaut und differenziert. Architektonisch und historisch bedeutende Bauwerke – Schlösser, Adelspalais, ehemalige Klosteranlagen – wurden zu Museumsstandorten.

Im Jahr 2003 entschloss man sich, das zuvor eng an die Steiermärkische Landesverwaltung gebundene Landesmuseum Joanneum in eine gemeinnützige GmbH umzuwandeln. Unter der Geschäftsführung von Peter Pakesch (künstlerischer Intendant bis Herbst 2015) und Wolfgang Muchitsch (wissenschaftlicher Direktor) wurde noch im selben Jahr ein umfassender Modernisierungsprozess eingeleitet, der 2011 – zum 200-Jahr-Jubiläum des Joanneums, das seit 2009 „Universalmuseum Joanneum“ heißt – seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte: Mit der Eröffnung des Joanneumsviertels wurden die historischen Museums- und Bibliotheksgebäude Raubergasse, Neutorgasse und Kalchberggasse zu einer funktionalen und architektonischen Einheit zusammengeführt, die über ein unterirdisch gelegenes Besucher/innen-Zentrum verbunden ist.

Das Joanneumsviertel, das auch einen starken städtebaulichen Akzent in der Grazer Altstadt setzt, zählt zu den größten Kultur-Zentren Österreichs und ist der Standort der Neuen Galerie Graz, des Naturkundemuseums und der Steiermärkischen Landesbibliothek.

Die Sammlungen des Universalmuseums Joanneum repräsentieren einen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren und werden im Rahmen von inspirierenden und informativen Dauer- und Sonderausstellungen sowie inhaltlich vertiefenden Veranstaltungen vermittelt. Die Vielfalt an Themen und Wissensbereichen ermöglicht auch außergewöhnliche und interdisziplinäre Herangehensweisen an komplexe Fragestellungen.

Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

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