Grazer Schloßberg
Das Zentrum der Stadt Graz bildet der Grazer Schloßberg, die grüne Oase inmitten der Stadt. Beliebt als Ausflugsziel und Sehenswürdigkeit von Jung und Alt, von Touristen und Einheimischen.
Mit 123m Höhe, ausgehend vom Grazer Hauptplatz, bildet er den höchsten natürlichen Punkt der Stadt und bietet einen 360° Rundblick über Graz und deren Grenzen hinaus.
Wie kommt man auf den Grazer Schloßberg?
Der Schloßberg ist über
- den gläsernen Schloßberglift, der bis zu 15 Personen in einer Kabine (2 davon sind vorhanden) innerhalb einer 1/2 Minute auf den Schloßberg bringt. Er wurde im Jahr 2000 durch Nutzung der vorhandenen Stollen behindertengerecht angelegt.
der Schloßbergbahn, einer Standseilbahn die seit 1894 den Berg von der Westseite her erschließt. 2004 wurden 2 neue Wagen mit Glasdächern in Betrieb genommen, die einen eindrucksvollen Ausblick während der Fahrt bieten. In ca. 4 Minuten Fahrtzeit überwindet die Schloßbergbahn dabei eine Steigung von ca. 60%.
260 Stufen den Berg entlang, einem im ersten Weltkrieg angelegten Kriegssteig, zugänglich.
Desweiteren führen mehrere Wege, den Berg hinauf, unter anderem ausgehend vom Karmeliterplatz, sowie auch von der Wickenburggasse auf der Nordseite des Schloßberges.
Geschichtliches vom Schloßberg:
Im 12. Jahrhundert wurde auf dem Schloßberg eine Burg errichtet, die der Stadt Graz auch ihren Namen gab. Einer Ableitung aus "gradec" - dem slowenischen Begriff für kleine Burg. Da die Burg nie erobert wurde, ist sie im Guinnes Buch der Rekorde als die stärkste Festung aller Zeiten aufgelistet. Nicht einmal Napoleon schaffte es im 19.Jahrhundert die Burg einzunehmen. Erst als er durch die Besetzung Wiens 1809 Graz erpresste, Wien zu zerstören, ergab sich die Stadt Graz.
Bis auf den Glockenturm und den Uhrturm, die von den Grazern freigekauft wurden, wurde die Burg im Großen und Ganzen abgetragen und gesprengt, eine sogenannte Schleifung. 30 Jahre später legte Ludwig Freiherr von Weldenman Spazierwege und einen romantischen Garten am Schloßberg an.
Im 2. Weltkrieg wurde im Schloßberg ein über 6km langes Stollensystem angelegt, das neben der militärischen Zentrale bis zu 40.000 Menschen als Luftschutzbunker diente. Zum Teil sind diese Stollen auch heute noch in Verwendung, sie beinhalten unter anderem:
- den Schloßberglift
- die Märchengrottenbahn
- die Veranstaltungshalle "Dom im Berg"
- einen Verbindungsweg zwischen Schloßbergplatz und Karmeliterplatz
Seit 1999 gehört der Grazer Schloßberg mit der historischen Altstadt von Graz zum UNESCO Weltkulturerbe.
Entdeckenswertes am Schloßberg:
Neben dem häufig fotografierten Uhrturm, dem Wahrzeichen der Stadt Graz, findet man zahlreiche Bauwerke am Schloßberg:
- die große Zisterne, ein 16m tiefer Kessel mit 5 kreisförmig angelegten Brunneschächten, in denen das Regenwasser von den Dächern der umliegenden Häuser abgeleitet und gesammelt wurde. Es fasst 900.000 Liter und dient heute als Löschwasser-Reserve.
- den Türkenbrunnen, ein 94m bis zum Grundwasser der Mur reichender Brunnen, der während Belagerungszeiten die Festung mit Wasser versorgen konnte. Den Namen erhielt er aufgrund der Annahme das gefangen gehaltene Türken an der Grabung beteiligt waren.
die Stallbastei mit Kanonenhütte ein gewaltiger Bau mit über 20m hohen und bis zu 6m starken Grundmauern. Wie schon der Name vermutet enthielt die Bastei Stallungen. Die Kanonenhütte diente zur Verteidigung, später als Gefängnis.
Diese 3 Bauten stammen vom italienischen Baumeister Domenico dell’Allio und wurden um 1544 erbaut.
den Glockenturm, ein 34m hoher, achteckiger Glockenturm, der die bekannte "Liesl" beherbergt. Sie ist die drittgrößte Glocke der Steiermark und läutet täglich um 7, 12 und 19 Uhr mit 101 Schlägen. Wieso 101 Schläge? Die Glocke ist aus 101 Kanonenkugeln der Türken gegossen worden. Die Liesl blieb neben dem Uhrturm von der Zerstörung der Franzosen verschont.
- die Thomaskappelle, eine Burgkapelle die dem Apostel Thomas geweiht worden war, ein Rundbau mit Kupferdach, welches jedoch durch die Franzosen geraubt wurde. Durch die Witterung verfiel sie, heute stehen nur noch die Grundmauern neben dem Glockenturm.
das Major-Hackher-Denkmal besser bekannt als Hackher-Löwe, zu Ehren des Majors Franz Hackher, der mit ca. 900 Mann den Schloßberg gegen ca. 3000 französische Soldaten verteidigte. Man ehrte ihn mit einem Löwen, da es kein Bild des Majors gab.
- den Chinesischen Pavillon, ersetze 1890 eine romanische Weinlaube.
- den Bischofsstuhl, eine steinerne Bank, auf der der Bischof Graf Nádasdy nach 40jähriger Gefangenschaft, bei einer Rast verstorben sein soll.
- die Kasemattenbühne, eine in den Kellerräumen des Schlosshauptmannhauses gebaute Freilichtbühne mit mobiler Überdachung.
das Starcke-Häuschen, eines auf den Ruinen des Pulverturms gebautes Winzerhaus mit angelegten Weinterrassen. Der deutsche Hofschauspieler Gustav Starcke bewohnte dieses Haus und widmete dem Schloßberg einige Gedichte. Heute befindet sich darin ein Restaurant.
- die Bürger-Bastei, sie stellt den blumenreichsten Teil des Schloßberges dar. Bürgerbastei aus dem Grund, da sie zu Kriegszeiten von den Bürgern verteidigt werden mußte, während die restliche Festung dem Landesfürsten unterstand.
- den Herbersteingarten, vormalige Weingärten der Grafenfamilie Herberstein, die 1930 öffentlich zugänglich gemacht wurden und nun ein mediterranes Flair über der Stadt Graz anbieten.
- den Kriegssteig, 260 Stufen, die während des ersten Weltkrieges angelegt wurden und vom Schloßbergplatz zum Uhrturm hinauf führen.
Erreichbarkeit vom Grazer Schlossberg:
Die Straßenbahn-Linien 4 und 5 halten bei den Haltestellen "Schloßbergbahn" und "Schloßbergplatz/Murinsel". Kommt man von der Inennstadt kann man sich die Straßenbahn sparen. Die beiden Haltestellen sind nämlich nur 5 beziehungsweise 10 Gehminuten vom Hauptplatz entfernt. Ein Wegweiser markiert den Weg zur Schloßbergbahn Talstation.
Graz Schloßberg Bücher:
-
Graz. - Schloßberg.
-
Graz erleben: Ein Stadtführer
-
Reise durch GRAZ und die STEIERMARK - Ein Bildband mit über 210 Bildern - STÜRTZ Verlag




